Marc Zahn I Illegale Drogen

Sie können Marc Zahn für folgende Leistungen buchen:

Schulung
Interview- und Medienanfragen
Selbsthilfe
Prävention für Jugendliche

Selbsthilfegruppen
Neue Rauschmittel drängen immer schneller und stärker auf den Markt und lösen Alkohol, THC,etc. ab oder ergänzen diese. Als Leiter diverser Selbsthilfegruppen kennt Marc Zahn die Themen, insbesondere von jungen Süchtigen. In dieser Schulung erhalten Sie ein Update über die aktuelle Konsumsituation, die Möglichkeiten mit denen das Hilfesystem darauf reagiert und wie Sie neue Zielgruppen ansprechen können.

Schulungen
Wie spreche ich als Führungskraft einen verhaltensauffälligen Mitarbeiter an?
Sind meine Mitarbeiter vom Azubi bis zur Führungskraft für das Thema Suchtmittel am Arbeitsplatz sensibilisiert?
Benötige ich hierzu eine Betriebsvereinbarung?
Ca. 20% aller Arbeitsunfälle geschehen unter Einfluss von Rauschmitteln – was sind die Konsequenzen für mich als Arbeitgeber?
In einer für Sie bedarfsgerecht zugeschnittenen Schulung gibt Ihnen Marc Zahn Antwort auf Ihre Fragen, sowohl aus Sicht des Betroffenen, des betrieblichen Suchthelfers als auch des Betriebsrates.

Prävention für Jugendliche

Marc Zahn hat selbst als Jugendlicher mit dem Konsum illegaler Drogen begonnen und war über 20 Jahre abhängig. Heute genießt er in seiner Selbsthilfegruppe für Junge Süchtige eine große Glaubwürdigkeit und kann somit konkrete Hilfestellung leisten. In diversen Projekten hat er mitgewirkt, junge Menschen für den Umgang mit Rauschmitteln zu sensibilisieren.

Interview- und Medienanfrage

Marc Zahn spricht offen über seine Drogensucht. Seine 20 jährige Suchtkarriere hat er überwiegend in einem geheimen Doppelleben ausgelebt. Heute ist er clean und arbeitet ehrenamtlich in unterschiedlichen Projekten der Suchthilfe.

Begonnen habe ich im Alter von 15 Jahren, als ich meinen ersten Joint geraucht habe.
Anfangs aus Neugierde und weil ich „dazu gehören“ wollte.
Mit zunehmender Routine habe ich die Wirkung von Cannabis für mich als „Problemlöser“ entdeckt und aus gelegentlichem Kiffen am Wochenende wurde schnell ein regelmäßiger Konsum.
Schon etwa ein Jahr später habe ich dann auch weitere Drogen (Speed, Ecstasy) zunächst getestet und gelegentlich konsumiert.
Zwar hat es bei diesen Drogen etwas länger gedauert als bei Cannabis, aber auch hier hat sich im Laufe der Zeit ein regelmäßiger Konsum eingestellt.
Mit etwa 20 Jahren kam ich dann mit Kokain und Crystal Meth in Kontakt. Crystal Meth habe ich über einen Zeitraum von etwa zwei Jahren häufig konsumiert. Mein Glück im Unglück war allerdings, dass Meth zum damaligen Zeitpunkt deutlich schlechter verfügbar war als heute.
Hängen geblieben bin ich dann über Jahre an Kokain, Amphetamin sowie Cannabis, wobei ich Amphetamin und Cannabis täglich konsumiert habe.
Über die Jahre habe ich die Dosis immer weiter gesteigert ohne einen Gedanken daran zu verschwenden, dass ich ein Suchtproblem haben könnte. In dieser Zeit habe ich immer nach unten geschaut, auf diejenigen, denen es noch schlechter ging. Meinen Drogenkonsum habe ich mir schön geredet und dadurch, dass ich mein Leben noch wenigstens halbwegs organisieren konnte auch gerechtfertigt.
 
In 2008 wurde mein erster Sohn geboren. Ich wollte dies als Wendepunkt im meinem Leben nutzen und ein drogenfreies Leben führen. Ich unternahm einige Versuche mit den Drogen aufzuhören, habe es jedoch kaum mehr als zwei Tage durchgehalten. Mit wachsender Frustration und der Erkenntnis meiner Abhängigkeit, habe ich meine tägliche Dosis immer weiter gesteigert um mein Versagen zu beteuben.
Ich fing an ein Doppelleben zu führen, habe meinen Konsum heimlich in einer zweiten Wohnung weitergeführt.
Ich wurde zunehmend depressiv, was ebenfalls zu einer immer höheren Dosis führte. In den letzten Jahren war ich zu keinem Zeitpunkt mehr nüchtern.
Etwa zu dieser Zeit kam ich mit MDPV, Methylendioxypyrovaleron in Kontakt, was eine derart starke Wirkung hatte, dass es alle anderen Drogen (außer Cannabis) abgelöst hatte.
MDPV war billig, unbegrenzt verfügbar und wie bereits erwähnt in der Wirkung um ein vielfaches stärker als alles was ich bis dahin konsumiert hatte.
Im Jargon wird diese Droge auch „Zombie“ genannt, in diesem Fall ist der Name auch Programm. Ich war sofort süchtig danach und habe diese Droge noch einige Jahre konsumiert.
Die Folge waren starke Depressionen, Verfolgungswahn, Wahnvorstellungen, suizidale Gedanken, Paranoia, körperlicher Verfall bis hin zur Arbeitsunfähigkeit und dem Verlust nahezu aller sozialen Bindungen.
 
Im Januar 2012 war ich dann nur noch ein dahinsiechendes Wrack und wollte meinem Leben eigentlich ein Ende setzen.
Mittlerweile war mein zweites Kind zur Welt gekommen, meine Frau hatte sich völlig von mir distanziert, da die SItuation mit mir nicht weiter tragbar war. Das gesamte familiäre Leben hatte meine Frau alleine gemanagt. Ich war an meinem persönlichen Tiefpunkt angelangt!
 
Dieser Tag war dann auch der Wendepunkt in meinem Leben. Ich bin erstmal abgehauen, habe mich ein paar Tage bei einem Freund einquartiert, der mir geholfen hat mich ein wenig zu stabilisieren.
Ich bin danach in eine Entgiftung gegangen (meine 2. Entgiftung), habe eine 6 monatige Langzeittherapie gemacht und war danach etwa ein Jahr in der ambulanten Nachsorge.
Seit dem ersten Tag meiner Entgiftung habe ich Selbsthilfegruppen besucht.
In 2015 habe ich dann eine Ausbildung zum ehrenamtlichen / betrieblichen Suchthelfer gemacht und engagiere mich seitdem in einigen Projekten in der Suchthilfe.
 
Aktuell bin ich in folgenden Organisationen / Projekten tätig
 
Fachstelle für Suchthilfe des Diakonischen Werkes Gießen
 
– hier habe ich eine Info- und Motivationsgruppe für junge Süchtige gegründet und leite diese jeden Montag
– des weiteren führe ich Schulungen für Auszubildende und Führungskräfte bei Unternehmen durch.
– Referent zu verschiedenen Themen in der aktuellen Suchthelferausbildung.
 
FöSu e.V. Giessen
 
– Mitglied des Vorstandes, 2. Vorsitzender. www.foesu.de
– Mitarbeit als „Suchtlotse“ im Lotsenprojekt Gießen
 
 Suchtselbsthilfe Wettenberg
 
– Mitglied der Selbsthilfegruppe, MItglied des Vorstandes, 2. Vorsitzender
 
Gegensucht
– Anfang 2017 habe ich den Infoblog www.gegensucht.blog gegründet und veröffentliche hier sowie in sozialen Netzwerken regelmäßige Beiträge um die Zielgruppe: Junge Süchtige anzusprechen.