Quelle: Pixaby

Das Jahr 2018 ist knapp eine Woche alt und die ersten Projekte stehen bereit. Über den Jahreswechsel habe ich mir viele Gedanken gemacht, über die Menschen, die ich getroffen habe, über die Geschichten, die mich berührt haben. Zum Beispiel, als ein Bekannter gerade so durch das Fenster seines im See versinkenden Autos dem Tod von der Schippe gesprungen ist. Er war betrunken gefahren. Sein Fall erinnerte mich daran, was ich in der Klinik einst gelernt habe: „Sucht ist Suizid auf Raten.“

In Deutschland sterben jährlich rund 70.000 Menschen an den Folgen des Alkoholmissbrauchs. Viele von ihnen haben sich über Jahren hiweg systematisch tot gesoffen.

Ich dachte zurück an das Jahr 2017. Ein Jahr, in dem ich meine Depressionen so gut unter Kontrolle hatte, dass ich mich nicht mehr mit der leisen Stimme in mir auseinander setzen musste, die mir früher zuflüsterte: „Es macht keinen Sinn, du solltest es beenden.“

In Deutschland gibt es jedes Jahr geschätzt 100.000 Suizidversuche. Knapp 90% davon sind durch eine psychische Krankheit wie Depressionen bedingt.

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Und dann sah ich die Dinge, die vor mir liegen, und zu diesen Dingen zählt die Arbeit mit der F-Foundation. Ich hoffe durch diese Arbeit etwas zu bewegen. Mein Ziel ist es, für mich und all die anderen Süchtigen und deren Angehörigen da draußen, dass das Reden und Auseinandersetzen mit psychischen Erkrankungen wie Sucht, Depressionen, emotionalen Abhängigkeiten, usw. nicht mehr tabuisiert wird und Mut erfordert. Dass mehr Menschen wissen: sie sind nicht alleine und es gibt Hilfe. Wenn ich 5 Tage lang Bauchschmerzen habe, dann gehe ich zum Arzt. Oder ich werde von Menschen aus meiner Umgebung freundlich gedrängt, da sie wissen, dass das so nicht in Ordnung ist und ein Arzt helfen kann. Doch bei psychischen Krankheiten ist das nicht so. Der Gang zum Therapeuten wird meist dann empfohlen, wenn es beleidigend sein soll, und die entsprechenden Symptome werden selbst von den Betroffenen teilweise jahrelang nicht als solche erkannt, sondern als Charaktereigenschaften abgetan. Wie viel Leid entsteht, weil Betroffene und Angehörige psychische Erkrankungen gar nicht erst erkennen, das kann uns wohl keine Statistik zeigen, den die allermeisten Fälle liegen immer noch im Bereich der Dunkelziffer.

Aus diesem Grund gehe ich mit meiner Geschichte an die Öffentlichkeit, auf die Bühne und an Schulen. Ich möchte aufklären, Verständnis fördern und Hoffnung geben. Wenn wir als Gesellschaft es schaffen, den Besuch eines Psychotherapeuten bei seelischen Beschwerden genau so als selbstverständlich anzusehen, wie den eines Arztes bei körperlichen Beschwerden, dann, da bin ich mir sicher, kann viel Leid vermieden werden und viel Gutes passieren. Dafür arbeite ich. Dafür arbeitet die Foundation.

Ein gesundes neues Jahr,

Laslo Pribnow